Kauf
von Brandauer RA
Schwerpunkt

Due Diligence.

Die sorgfältige Prüfung des Zielunternehmens und wie ihre Ergebnisse Kaufpreis, Garantien und Freistellungen prägen.

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Salzburger Kanzlei für Unternehmens-, Gesellschafts- und Transaktionsrecht

Hinter jeder Transaktion steht ein eingespieltes Team aus Rechtsanwälten, Juristen und Spezialisten. Fragen rund um den Unternehmenskauf prüfen wir mit Blick auf Struktur, Vertrag, Steuern und Haftung.

Wer ein Unternehmen kauft, kauft auch seine Vergangenheit. Die Due Diligence ist die strukturierte Prüfung des Zielunternehmens vor dem Erwerb. Sie deckt rechtliche, steuerliche, finanzielle und kommerzielle Risiken auf, bevor diese zu teuren Überraschungen werden. Aus ihren Erkenntnissen entstehen die Stellschrauben des Vertrags.

Die Due Diligence ist kein Selbstzweck und kein bloßes Abhaken von Checklisten. Sie liefert die Grundlage dafür, den Kaufpreis richtig zu bemessen, Garantien gezielt zu fassen und Freistellungen für erkannte Risiken zu vereinbaren. Wir koordinieren die Prüfung, bewerten die rechtlichen Befunde und sorgen dafür, dass sich jedes Ergebnis im Vertrag wiederfindet.

Die folgende Orientierung hilft Ihnen, Ihre Ausgangslage einzuordnen. Sie zeigt, wo die Prüfung in Ihrem Fall ansetzen sollte, ersetzt aber keine Prüfung des Einzelfalls und schärft den Blick für die Bereiche mit dem größten Risiko.

Ihre Lage einordnen

Wo sollte Ihre Due Diligence ansetzen?

Beantworten Sie ein bis zwei Fragen zu Stadium und Fokus Ihrer Transaktion. Sie erhalten eine erste, unverbindliche Einordnung Ihrer Situation.

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01 Frage 1

In welchem Stadium ist Ihre Transaktion?

Der Zeitpunkt entscheidet über den Fokus der Prüfung. Früh geht es um Planung und Umfang, kurz vor dem Closing um die vertragliche Absicherung offener Risiken.

Alle Pfade im Überblick

Übersicht aller Antworten.

01

Kurz vor dem Closing zählt, dass die Befunde der Due Diligence vertraglich abgesichert und offene Red Flags geklärt sind.

Wenn Sie kurz vor dem Closing stehen, geht es nicht mehr um die breite Prüfung, sondern darum, die vorhandenen Befunde sauber in den Vertrag zu übersetzen. Erkannte Risiken gehören in Garantien, gezielte Freistellungen und gegebenenfalls in eine Kaufpreisanpassung oder einen Einbehalt.

Offene Red Flags klären Sie vor der Unterschrift, denn nachträglich lassen sie sich nur schwer über eine allgemeine Garantie auffangen. Wir gleichen den Prüfungsstand mit dem Vertragsentwurf ab und schließen die Lücken, bevor Sie sich binden.

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02

Die Legal Due Diligence prüft die rechtlichen Grundlagen des Zielunternehmens und deckt verdeckte Bindungen auf.

Wenn rechtliche und vertragliche Risiken im Vordergrund stehen, prüft die Legal Due Diligence die gesellschaftsrechtlichen Grundlagen, die wesentlichen Verträge mit ihren Change-of-Control-Klauseln, die nötigen Genehmigungen sowie anhängige Verfahren und das Arbeitsrecht.

Gerade Zustimmungsvorbehalte und Kündigungsrechte in Schlüsselverträgen können den Wert der Transaktion verändern, wenn sie übersehen werden. Wir sichten die Verträge im Datenraum, bewerten die Befunde und überführen sie in den Garantiekatalog des Kaufvertrags.

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03

Die Financial und Tax Due Diligence beleuchtet Zahlen, Verbindlichkeiten und Abgabenrisiken und fließt in den Kaufpreis ein.

Wenn Finanzen und Steuern Ihre größte Sorge sind, gehört die Prüfung mit Ihrer Steuerberatung abgestimmt. Die Financial und Tax Due Diligence sichtet Jahresabschlüsse, Verbindlichkeiten, Eventualverbindlichkeiten und mögliche Abgabenrisiken.

Das Ergebnis fließt unmittelbar in die Kaufpreisbildung ein: Überbewertete Aktiva, versteckte Schulden oder drohende Nachzahlungen mindern den Wert oder verlangen eine Absicherung. Wir bündeln die rechtliche Bewertung mit den steuerlichen Befunden und sorgen dafür, dass beides im Vertrag zusammenfindet.

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Die Prüfung im Überblick

Die Arbeitsstränge der Due Diligence

Die Due Diligence gliedert sich in mehrere Stränge, die jeweils eigene Risiken aufdecken. Die Matrix zeigt, was geprüft wird und welches typische Risiko dahintersteht.

Die Arbeitsstränge der Due Diligence und ihre typischen Risiken
Arbeitsstrang Was geprüft wird Typisches Risiko
Legal Recht Gesellschaftsrecht, Verträge und Genehmigungen Verdeckte Bindungen und Change-of-Control-Klauseln
Tax Steuern Offene Abgaben und Verrechnungspreise Nachzahlungen und Haftung nach § 14 BAO
Financial Finanzen Jahresabschlüsse und Verbindlichkeiten Überbewertete Aktiva und versteckte Schulden
Commercial Markt Kundenstamm und Abhängigkeiten Klumpenrisiko bei wenigen Großkunden
HR Personal Schlüsselpersonen und Dienstverträge Abwanderung und arbeitsrechtliche Altlasten

Die Tabelle bietet einen Überblick und ersetzt keine Prüfung des Einzelfalls. Welche Stränge im Vordergrund stehen, hängt von Branche, Größe und Transaktionsstruktur ab.

Was die Due Diligence umfasst

Die Due Diligence gliedert sich klassisch in mehrere Stränge. Die Legal Due Diligence prüft Gesellschaftsstruktur, wesentliche Verträge, Genehmigungen, Arbeitsverhältnisse, Immobilien, gewerbliche Schutzrechte und laufende Rechtsstreitigkeiten. Die Tax Due Diligence untersucht die steuerliche Situation und mögliche Nachforderungen. Finanzielle und kommerzielle Prüfung beleuchten Zahlen, Markt und Geschäftsmodell.

Der Umfang richtet sich nach Größe und Branche des Zielunternehmens sowie nach der gewählten Transaktionsstruktur. Beim Share Deal wiegt die Prüfung schwerer, weil der Käufer die Gesellschaft mit allen Altlasten übernimmt. Wir legen den Prüfungsumfang gemeinsam mit Ihnen fest und konzentrieren die Ressourcen auf die Bereiche, in denen die größten Risiken liegen.

Ablauf und Datenraum

Die Prüfung läuft in der Regel über einen virtuellen Datenraum, in dem der Verkäufer die angeforderten Unterlagen strukturiert bereitstellt. Auf Basis einer Dokumentenanforderung sichten wir die Verträge und Nachweise, halten offene Punkte fest und stellen Rückfragen über einen geordneten Q&A-Prozess. Jede Antwort wird dokumentiert, weil sie später als Wissensstand der Parteien Bedeutung erlangen kann.

Begleitend regeln eine Vertraulichkeitsvereinbarung und klare Zugriffsregeln, wer welche Informationen einsehen darf. Besonders sensible Daten werden oft erst in einer späteren Phase oder in einem Clean Team offengelegt. Wir steuern diesen Ablauf, dokumentieren den Prüfungsstand und fassen die Befunde in einem Due-Diligence-Bericht zusammen, der die Verhandlungsgrundlage bildet.

Dokumente und Anforderungsliste

Eine geordnete Due Diligence beginnt mit einer Dokumentenanforderung, die der Verkäufer im Datenraum abarbeitet. Dazu zählen Firmenbuchauszug, Gesellschaftsvertrag und Gesellschafterbeschlüsse, Jahresabschlüsse, wesentliche Liefer- und Kundenverträge, Miet- und Leasingverträge, Genehmigungen, Versicherungen sowie Unterlagen zu Mitarbeitern und gewerblichen Schutzrechten. Vollständigkeit der Unterlagen ist die Grundlage jeder belastbaren Bewertung.

Lücken im Datenraum sind selbst ein Befund: Fehlende oder unvollständige Unterlagen erhöhen das Risiko und schlagen sich in Garantien oder Kaufpreisanpassungen nieder. Wir halten den Anforderungsstand nach, machen offene Punkte sichtbar und sorgen dafür, dass für jedes Risiko entweder ein Nachweis oder eine vertragliche Absicherung vorliegt.

Ergebnisse: Red Flags, Kaufpreis und Garantien

Schwerwiegende Befunde, die sogenannten Red Flags, können die Transaktion grundlegend in Frage stellen oder ihre Struktur verändern. Häufiger jedoch führen die Erkenntnisse zu Anpassungen: Der Kaufpreis wird reduziert, ein Teilbetrag wird über einen Treuhänder oder Einbehalt abgesichert oder ein erkanntes Risiko wird über eine gezielte Freistellung dem Verkäufer zugewiesen.

Die Befunde fließen unmittelbar in den Garantiekatalog und in die Freistellungen des Kaufvertrags ein. Was in der Prüfung als Risiko erkannt wurde, lässt sich nicht mehr ohne Weiteres über eine allgemeine Garantie abdecken, deshalb braucht es maßgeschneiderte Regelungen. Auf der Verkäuferseite kann eine Vendor Due Diligence helfen, den Prozess zu beschleunigen und Schwachstellen frühzeitig zu bereinigen.

Warnsignale und nächste Schritte

Vorsicht ist geboten, wenn der Datenraum unvollständig bleibt, wenn der Verkäufer Rückfragen ausweichend beantwortet oder wenn wichtige Schlüsselverträge eine Change-of-Control-Klausel enthalten, die den Übergang erschwert. Auch ein Klumpenrisiko bei wenigen Großkunden, drohende Abgabennachzahlungen oder die Abhängigkeit von einzelnen Schlüsselpersonen sind Warnsignale, die früh erkannt gehören.

Der nächste sinnvolle Schritt ist eine kurze Einordnung Ihrer Ausgangslage und die Abstimmung des Prüfungsumfangs mit Ihrer Steuerberatung. Wir planen die Due Diligence vor Ihrer Bindung, koordinieren die Prüfung und überführen jeden Befund in Kaufpreis, Garantien und Freistellungen.

Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick zur österreichischen Rechtslage (Rechtsstand Juni 2026) und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Maßgeblich sind immer die konkreten Umstände Ihrer Transaktion.

FAQ

Häufige Fragen.

Brauche ich beim Unternehmenskauf zwingend eine Due Diligence? +

Rechtlich vorgeschrieben ist sie nicht, in der Praxis aber kaum verzichtbar. Ohne Prüfung übernehmen Sie unbekannte Risiken und können den Kaufpreis nicht fundiert verhandeln. Bei kleineren Transaktionen lässt sich der Umfang gezielt begrenzen.

Was ist eine Vendor Due Diligence? +

Bei der Vendor Due Diligence lässt der Verkäufer das eigene Unternehmen vorab prüfen. Das schafft Transparenz, beschleunigt den Prozess und erlaubt es, Schwachstellen vor dem Verkauf zu bereinigen. Der Käufer prüft die Ergebnisse anschließend gezielt nach.

Wie wirken sich die Prüfungsergebnisse auf den Vertrag aus? +

Erkannte Risiken werden über Kaufpreisanpassungen, Einbehalte, Garantien und Freistellungen abgesichert. Was die Due Diligence offengelegt hat, gehört in eine maßgeschneiderte Regelung, nicht in eine pauschale Garantie.

Wie lange dauert eine Due Diligence? +

Das hängt von Größe, Branche und Datenraumqualität ab. Kleinere Transaktionen lassen sich in wenigen Wochen prüfen, komplexe Vorhaben brauchen länger. Ein vollständiger, gut strukturierter Datenraum verkürzt die Prüfung spürbar.

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